Nihon Cha. Japanischer Tee zwischen Tradition und Zeitgeist

Sieben Jahre ist eine lange Zeit. Seither hat sich vieles verändert bei uns persönlich wie auch in der Welt. Reisen war lange nicht möglich und wir durften abwarten. Letztes Jahr konnten wir dann endlich nach Japan aufbrechen und mit unseren Forschungen beginnen. Ich selbst durfte mit Kaspar reisen und hautnah bei Produzentinnen- und Lieferantenbesuchen dabei sein. Maurice, Judith und Robin reisten später mit Lukas auf offizieller Teereise von Länggass-Tee. Die Bilder und Rezept-Inspirationen sind dort entstanden. Sie laden ein den Weg nach Japan selbst zu gehen und vor Ort in die japanische Teewelt, in die Schönheit der Anbaugebiete und die facettenreiche Kulinarik Japans einzutauchen.
Von unseren Inspirationen, Herausforderungen und Erkenntnissen rund um die Entstehung des Buches werden wir an der Vernissage am 19. November erzählen. Hier möchten wir ganz einfach einen Einblick bieten in unser neues Buch, das wir endlich mit grosser Freude in Händen halten.
Tina Maria Wagner Lange





Texte von Tina Maria Wagner Lange
Zwischen Tradition und Zeitgeist
«Bei näherer Betrachtung stellen wir dennoch immer wieder fest, dass Tee kein Mythos ist, sondern ein Handelsgut. Ein landwirtschaftliches Produkt. Ein Statussymbol. Ein Modetrend. Ein Ausdruck bestimmter Gesellschafts- und Höflichkeitsformen. Gastfreundschaft. Eine Spielwiese für alle, die auf der Suche nach Sinnesempfindungen sind, und ein Hype-Getränk für Influencerinnen und Stars. Tee ist kein Mythos, Tee ist sehr menschlich und immer wieder neu vom Zeitgeist geprägt.»



Auszug aus einem Reisebericht
«Am nächsten Tag dürfen wir einen letzten, besonderen Teil des Teegartens besichtigen. Er beherbergt über hundertjährige Teepflanzen, die nicht aus Stecklingen, sondern aus Samen gezogen wurden (Zairai). Jeder Samen ist einzigartig, und genauso wachsen die Teebüsche. Eine Zairai-Parzelle ist aufwendig zu bewirtschaften, und genau da zeigt sich die Liebe zum Tee. Es ist hier nicht der Aufwand, der am meisten zählt, sondern es sind die Qualität und die Einzigartigkeit des Tees in der Tasse.»



Rezepte von Judith Gmür-Stalder
«Meine schöne Aufgabe war es, mich während der ganzen Reise auf die Kulinarik und Foodwelt Japans einzulassen. Zu entdecken, vor allem zu geniessen und zu probieren, so habe ich mir das jedenfalls für meine Reise vorgenommen. Von Anfang an war klar, dass ich nicht einfach Rezepte sammeln, sondern mich vielmehr inspirieren und treiben lassen wollte von allem, was bei mir Anklang finden darf.»


Bilder von Maurice K. Grünig, Gestaltung von Robin Oberholzer
Hier gibt es eine Leseprobe des Buches.
Similar articles
To overviewSep

Neuer Guan Yin Wang und neue Ernten diverser Tees
Sep

Chashitsu – Japanische Teezeremonie: neue Termine und ein bekanntes Format mit anderer Vertiefung
Dec
