Da Bai

Die unter dem Namen Da Bai (Gross Weiss) gruppierten Teepflanzenvarietäten sind eine Untergruppe der Xiao Ye Zhong. Sie haben ihren Ursprung in alten, lokalen Varietäten im Norden der Provinz Fujian, wo bereits Ende 18. Jahrhundert Silbernadel-Tees produziert wurden, wohl die ersten bekannten Weissen Tees. Ende 19. Jahrhundert wurden in den Orten Fuding, Fu'an und Zhenghe Dabai-Teepflanzen beschrieben und durch Auslese aus lokalen Varietäten gezüchtet. Die gemeinsamen Merkmale sind grosse Knospen und dicht behaarte Blattunterseite. In neuerer Zeit wurden einerseits Dabai-Teepflanzen aus Fujian (vor allem Fu Ding Da Bai) in andere Teegebiete Chinas gebracht, andererseits wurden aus Dabai-Pflanzen und lokalen Pflanzen aus anderen Gegenden neue Varietäten gezüchtet. Übrigens stammen die China-Hybriden in Indien und anderen Anbaugebieten ursprünglich von Dabai-Teepflanzen ab, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Briten nach Darjeeling gebracht wurden, weil dort die aus Assam stammenden grossblättrigen Sorten nicht gut gedeihen...

  • Fu Ding Da Bai Cha: Bezeichnet die ursprüngliche Varietät für Weisse Tees, sie wurde 1857 in den Taimushan-Bergen entdeckt und über Stecklinge vermehrt. Die alte lokale Sorte Fu Ding Cai Cha wurde ab 1885 vermehrt ersetzt mit Fuding Dabaicha für die Produktin von Weissen Tees mit viel Flaum. Der Kultivar wurde 1985 unter dem Namen Hua Cha 1 Hao (China Tee Nr. 1) als Spitzensorte zertfiziert. Heute wird sie nur noch selten verwendet, fast ausschliesslich in und um Fuding für Bai Mao Cha.

  • Fu Ding Da Bai Hao oder Fu Ding Da Hao Cha: Wurde 1880 in der heutigen Grossgemeinde Diantou verwildert wachsend entdeckt und dann gezielt weitergezüchtet. Auffällig sind die dicken und fleischigen Knospen, die vergleichsweise grossen, langen Blätter und die auffällige Blattbehaarung. Anfangs 20. Jahrhundert wurde begonen, daraus Weisse Tees herzustellen, in den 50er Jahren wurden massiv Stecklinge davon in und um Fuding gepflanzt, die alte Fuding Dabaicha wurde nach und nach ersetzt. Auch im restlichen China wurden vermehrt Fu Ding Da Bai Hao gepflanzt. Der Kultivar wurde zeitgleich mit dem Fuding Dabaicha 1985 unter dem Namen Hua Cha 2 Hao (China Tee Nr. 2) als Spitzensorte zertfiziert. Aus der Stadt Fuding in Fujian, wird für dortige Weisstees (Bai Hao Yin Zhen, Bai Mu Dan, Xin Gong Yi Bai Cha), zum Teil für schwarzen Tee (Bai Lin Gong Fu) und für grünen Tee (z.B. Lü Xue Ya) sowie Grüntee mit Jasmin (wie z.B. Jasmin Silver Needle) verwendet. Sie wird neuerdings auch anderswo, z.B. in der Provinz Sichuan angebaut und für gelben Tee (z.B. Meng Ding Yellow Bud, Huang Mao Jian) sowie Schwarztee (z.B. Si Chuan Gong Fu) verwendet.

  • Zheng He Da Bai: Wurde im Dorf Tieshan in der gleichen Epoche wie die beiden Fuding Dabai entdeckt und ebenfalls 1985 als Spitzensorte anerkannt, unter dem Namen Hua Cha 5 Hao (China Tee Nr. 5). Zhenghe Dabai treibt später aus als diejenigen aus Fuding und ist dunkler in der Farbe. Wird im Kreis Zheng He für dortige Weisstees (Bai Hao Yin Zhen, Bai Mu Dan), für schwarzen Tee (Zheng He Gong Fu) und für grünen Tee mit Jasmin (z.B. Jasmin Silver Needle) verwendet.

  • Guang Nan Da Bai Cha und Guang Xi Da Bai Cha (Gross Weiss Tee aus Guangnan bzw. Guangxi) sind neuere Sorten, die aus einzelnen Fu Ding Da Bai ausgesucht und vermehrt wurden.

  • Fu Xuan 9 Hao und Fu Xuan 12 Hao (aus Fu Ding Da Bai ausgesucht Nr. 9 resp. Nr. 12) sind in der Provinz Fujian gezüchtete Sorten, die auch in der Provinz Sichuan unter anderen für gelben Tee (z.B Huang Mao Feng) und grünen Tee (z.B. Zhu Ye Qing) verwendet werden.

  • Fu Ding Xiao Bai (Fuding klein weiss): aus Fuding stammende, evtl. weitergezüchtete Sorte, die in Mingshan in der Provinz Sichuan für Grüne Tees verwendet wird (z.B. Meng Ding Gan Lu).

  • Fu Ding Xiao Ye (Fuding klein Blatt): ausgesuchte Samen oder Stecklinge der ursprünglichen, aus Samen gewachsenen Teepflanzen aus den Bergen von Fuding, welche in einer anderen Region angebaut wurden. Diese neu entstandene Varietät nennt sich Fu Ding Xiao Ye und ist womöglich die gleiche Varietät wie Fu Ding Xiao Bai.

  • Ming Shan Bai Hao: Aus Fu Ding Da Bai und lokalen Teepflanzen aus Sichuan gezüchtete neue Varietät, die vor allem in Ming Shan in der Provinz Sichuan verwendet wird, unter anderem für Schwarztee (z.B. Meng Ding Hong Ya).

  • Zhong Hua 302 Hao (China Nr. 302): Kreuzung aus Ge Lu Ji Ya 6 Hao (Georgien Nr. 6) aus Georgien und Fu Ding Da Bai aus der Povinz Fujian. Im Jahr 2010 gekreuzt, ab 2011 zuerst in Mingshan (Provinz Sichuan) angebaut.

  • Bi Xiang Cao (Früher Jadeduft): eine in Hunan gezüchtete Kreuzung von Yun Nan Da Ye Zhong mit Fu Ding Da Bai, entwickelt von 1978-1992. Wird in den Provinzen Hunan und Shandong für lokale Tees verwendet.

  • E Cha 1 Hao (Hubei Nr. 1) : eine in Hubei von 1974 bis 1992 entwickelte Kreuzung aus Fu Ding Da Bai und Mei Zhan, die für grüne und schwarze Tees verwendet wird.