Bohetang und andere Gu Shu Pu Er ungepresst

New products  /  13. January 2026
Rare Tees aus Yiwushan. Neu aus China: Bohetang Gaogan 2025, Bohetang Kantou 2025, Guafengzhai Chaping 2025. Dazu von einem einzelnen Baum von einem anderen Berg: Nannuoshan Danzhu 2024

Mitte der Qing-Dynastie (um 1730) wurde Mansa das Zentrum des Teehandels der sechs alten Teeberge in Xishuangbanna; vorher war lange Zeit Yibang das politische und ökonomische Zentrum der Region. In Mansa gab es mehr Teebäume und grössere Blätter, während Yibang für kleine Blätter bekannt war und noch heute ist; ein sehr gefragter Spezialfall ist Mao Er Duo aus kleinen rundlichen Blättern, der mühsam zu Pflücken ist und weniger Ertrag gibt. Nach mehreren Brändne und einer Seuche wurde das Dorf Yiwu, etwas südlich von Mansa gelegen, zum neuen Zentrum; Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch der Name des Teebergs von Mansashan zu Yiwushan geändert. Mansa gehört heute also zur Teeregion Yiwushan. Dennoch kann auch heute von typischen Mansa-Tees gesprochen werden, es sind Yiwu-Tees aus den nordöstlicheren Teewäldern wie Bohetang und Guafengzhai, gegenüber den sogenannt Yiwu Zhengshan (echte Yiwu) aus unter anderen Manxiu, Gaoshan, Sanheshe und Mahei.

Neben den bereits vorgestellten 2025er Pu Er Cakes haben wir drei ungepresste Tees aus Mansa: Guafengzhai Chaping 2025, Bohetang Gaogan 2025 und Bohetang Kantou 2024. Aus Guafengzhai haben wir auch einen Cake pressen lassen, mit Tee von anderen Teewald namens Chawangshu. Von den beiden Bohetang sind noch Cakes aus den Jahren 2021-2024 verfügbar. Ein weiterer offener roher Pu Er neu im Sortiment ist Nannuoshan Danzhu 2024, Tee aus einem einzelnen Baum, von einem anderen Berg…
Mehr zu Nannuoshan Danzhu und Bilder vom Teewald und Produktion siehe den älteren Blogeintrag zu neuen Pu Er Sheng.

Besuch im Teewald von Bohetang im November 2024

Am Vortag sind wir nach stundenlanger Autofahrt im Städtchen Yiwu angekommen. Nach Besuchen bei anderen Teeproduzenten haben wir uns am Abend mit Deng Zhi verabredet, um den Ausflug nach Bohetang zu besprechen. Deng Zhi kennen wir seit Jahren, damals im Frühling 2017 waren wir in ihrem Laden in Jinghong und ich hatte zum ersten Mal Tee aus Bohetang getrunken. Über Deng Zhi haben wir den Kontakt zur Familie, die den Teewald Bohetang kontrolliert. Die Mutter der Schwägerin von Deng Zhi ist die älteste der vier Schwestern der Zhou-Familie, sie heisst Zhou Kuizhi. Die vier Schwestern mit ihren Familien kontrollieren den Teewald Bohetang. Die Menge des Tees aus Bohetang ist sehr begrenzt, nur über die vier Schwestern ist der Zugang möglich. Die Einkünfte aus dem Verkauf des Tees werden vom Vater verwaltet und gleichmässig verteilt, was sehr aussergewöhnlich ist.

Frühmorgens sind wir dann losgefahren. Als erstes natürlich zum Frühstücken in ein kleines Strassenlokal mit der lokalen Reisnudelsuppe. Danach sind wir Armee-Stiefel kaufen gegangen, weil der Weg nach Bohetang so schwierig sei. Mit dem Auto sind wir aus dem Städtchen Yiwu herausgefahren und dann auf der Strasse Richtung Norden gefahren, an der Abzweigung linkerhand nach Yibangshan vorbei und dann beim Dorf Pashahe rechts in die bewaldeten Hügel. Allerdings besteht der Wald hier vor allem aus Kautschukplantagen. Selber Kautschuk produzieren zu können ist für China strategisch extrem wichtig, allerdings leidet so die Biodiversität, zudem entziehen die Kautschukbäume dem Boden Unmengen an Wasser, was sich negativ auf das lokale Klima auswirkt, es ist einer der vielen Faktoren für die seit Jahren anhaltende Trockenheit. Irgendwann sind dann die Kautschukplantagen zu Ende und der natürliche, ursprüngliche Wald erstreckt sich über die Hügel. Hier endet auch der befahrbare Weg.

Bohetang ist nur zu Fuss erreichbar. Allerdings wurde vor einigen Jahren der Weg soweit ausgebaut, dass Motorräder nach Bohetang hinauffahren können. Allerdings ist es eher im Stil eines motorisierten Tretrads, ein oder zwei Menschen sitzen auf dem Motorrad, mit den Füssen wird halt gegeben und auf dem Weg getreten. Wie ein Like-a-Bike mit Motor. Nun gehen wir stundenlang hügelaufwärts durch den Wald. Die Gegend ist wunderschön, kein menschliches Geräusch ist zu hören, abgesehen von zwei Motorrädern, die den Weg hinauffahren-gehen. Dafür hören wir unglaublich laute Grillen, viele Vögel, Blätterrascheln. Der Weg ist übrigens ein normaler Waldweg, wäre problemlos mit Turnschuhen begehbar. Nach etwa vier Kilometern undvierhundert Höhenmetern erreichen wir den höchsten Punkt auf ca. 1600m.ü.M.
Dort stehen auch die beiden vorhin gesehenen Motorräder – und hier stehen bereits die ersten alten Teebäume von Bohetang, allerdings die zu früheren Zeiten unten am Stamm geschnitten buschartig nachgewachsenen Bäume der zweiten Qualität (Er Lei oder Kantou für geköpft, geschnitten), dazu viele kleine, natürlich durch herabfallende Samen gewachsene Bäume unter 100 Jahre alt. Diese werden als dritte Qualität zusammengefasst (San Lei oder Xiaoshu für kleine Bäume). Etwas weiter unten am Weg hatten wir kleine Abzweigungen gesehen, die zu kleinen Teewäldchen führen, die in letzter Zeit angelegt wurden, natürlich auch Xiaoshu, aber aus von Menschen gesetzten Samen gewachsen.

Der Teewald in Bohetang

Nach einem Steilen Abstieg auf gut 1200m.ü.M. und dem Überqueren eines Baches kommen wir zum sehr rustikal eingerichteten Unterstand, wo während der dreiwöchigen Erntezeit die Pflückerinnen essen und schlafen. Am recht steil abfallenden Hang hinter dem Unterstand sind die 49 alten., hochgewachsenen Bäume der ersten Qualität von Bohetang (Yi Lei oder Gaogan für hochgewachsen). Sie stehen in einem recht offenen Wald, umgeben von weiteren alten Teebäumen der zweiten Qualität und verschiedenen weiteren Baumarten. Die Plaketten mit der Nummerierung wurden übrigens wieder weggenommen, so dass wir für die neuen Ernten nicht mehr angeben können, von welchen der hochgewachsenen Bäume unser Bohetang Gaogan genau stammt.

Nun stehen wir also in diesem berühmten Teewald. Der Tee von hier hat einen guten Geschmack, ist sehr weich und gilt als Modell für Tees aus dem Osten von Xishuangbanna, als Modell für Tee aus Yiwushan – so wie Laobanzhang für den Westen, für Bulangshan. Der Teewald war lokal schon länger bekannt, da er jedoch sehr abgelegen ist, musste jeweils ein Wok mitgeschleppt werden, um die frischen Blätter zu verarbeiten – bis dann eben der Weg für die Motorräder ausgebaut wurde. Nun bleiben die Pflückerinnen zur Ernte ca. drei Wochen hier, am Morgen werden Nahrungsmittel gebracht, am Abend werden die frischen Blätter mitgenommen. Der Tee wurde früher als Tee aus Mansa verkauft, ab ca. 2010 dann unter dem Namen Bohetang. (Mansa ist der historische Name der Teeregion und wird heute zu Yiwu gezählt). Die Familie Zhou vermarktete als erste Tee von ausschliesslich hochgewachsenen alten Teebäumen und prägten den Namen Gaogan (wörtlich hoher Mast, steht für hochgewachsen).