Die allermeisten Dongting Biluochun werden heutzutage in elektrisch oder gasbeheizten Wok verarbeitet, der Prozess wird oft abgekürzt auf 25 Minuten, meistens wird in einem heissen Wok der Tee Befeuert, das Formen und Rollen findet dann in anderen, weniger heissen Woks statt. Zudem werden die Chargen eines oder mehrerer Tage zusammengemischt, um einen ausgewogeneren Tee zu erhalten. Zhang Yanhong ist eine der wenigen, die noch die traditionelle Herstellung bewahrt, und Tees in einer aussergewöhnliche Qualität produziert. Solche Biluochun sind wahrlich ein rares Gut, wir schätzen es sehr, ihre Tees im Sortiment von Länggass-Tee zu haben.
Hinter dem Dorf wachsen unzählige Obstbäume, vor allem Pipa. Je höher den Hügel wir hinaufgehen, desto mehr werden die Obstbäume von Teepflanzen abgelöst; oft wachsen sie auch nebeneinander. Die Familie von Zhang Yanhong hat verschiedene Parzellen mit Teegärten an diesem Hügel. Jede Parzelle ergibt im Tee einen eigenen, typischen Terroirgeschmack - sogar auf so kleinem Raum ist das zu spüren. Wir treffen Zhang Yanhong in Regenausrüstung, da nach dem Mittag Regen angesagt ist.
Am Nachmittag versammeln wir uns erneut bei Zhang Yanhong, um die bisherige Produktion dieses Jahres zu degustieren. Auch hier erfolgt die Ernte dieses Jahr sehr spät, besonders für die alten lokalen Sorten - wie überall gibt es auch hier neuere Kultivare, die früher knospen und zudem mehr Blattflaum haben, um (vermeintlich) schön auszusehen. Das heisst, so viel gibt es gar nicht zu probieren, jedoch wird dieser Tage fleissig gepflückt und wir werden einige Woks zusätzlich nehmen müssen, die wir nicht selber ausgesucht haben.