Reisebericht China 2026: Nannuoshan / 3.-4.4.2026

Récit de voyage  /  13. April 2026
Besuch bei der ProduzentInnenfamilie He am Nannuoshan. Sie helfen uns seit Jahren und sind quasi die lokale Basis von Les Feuilles Vertes und Länggass-Tee vor Ort – und produzieren wunderbare Sheng Pu Er und Shaihong

Produktion am Nannuoshan

Die beiden letzten Tage unserer diesjährigen Aufenthalts haben wir bei der ProduzentInnenfamilie He am Nannuoshan verbracht. Weng Liping von Les Feuilles Vertes hat mich im Jahr 2014 hier eingeführt, die Familie He ist seit mehr als zehn Jahren der engste Kontakt in Yunnan von Les Feuilles Vertes und Länggass-Tee. He San, der jüngste der drei Brüder, ist der Teemeister hier und überwacht Pflückung und Produktion, während der Teesaison steht er Abend für Abend, meist bis nach Mitternacht am Wok und befeuert das Pflückgut vom aktuellen Tag. Der angestellte Meister Wu hilft ihm dabei. Meister Wu hat auch die neue Teefabrik gebaut, nachdem Weng Liping zusammen mit He San die technischen Details zusammen beraten hatten. Damit die Familie He sich auf der Terrasse ein Glasdach leisten konnte, hat Länggass-Tee damals für einige Jahre Tee vorfinanziert, also ein Kredit, der dann über einige Jahre vom Betrag des Teeeinkaufes abgezogen wurde. Ein Glasdach ist wichtig, damit der Tee nach dem Befeuern und Rollen an der Sonne trocknen kann - auch bei nicht optimalem Wetter. Bei den meisten TeeproduzentInnen in Yunnan besteht das Dach aus durchscheinendem, vergilbtem Plastik. Selbstverständlich wird bei gutem Wetter der Tee auf der Terrasse im Hof direkt an der Sonne getrocknet ohne Überdachung.

Der älteste Bruder, He Tu, hat ursprünglich Jura studiert und nach einigen Umwegen ist er zum Familienbetrieb zurückgekehrt - was dank der steigenden Nachfrage und den höheren Preisen für Pu Er überhaupt erst möglich wurde. Auch er steht Abend für Abend am Wok, zudem geht er im Auftrag von uns oder von seinem Bruder nach Mengsong Huazhuliangzi oder nach Laobanzhang am Bulangshan, um frisches Pflückgut zu holen (und das Pflücken zu überwachen), um den Tee dann am Nannuoshan nach ihren Qualitätsvorstellungen zu verarbeiten. Er ist es auch der uns jeweils herumchauffiert, sei es von der Stadt Jinghong zum Nannuoshan oder auch weiter weg eben nach Huazhuliangzi, nach Pasha, Hekai und Zhanglang, oder sogar nach Yiwu - je nach Verfügbarkeit, die Teeproduktion am Nannuoshan geht natürlich vor.

Die frischen Blätter werden ausgelegt, um geschmeidig zu werden und Feuchtigkeit zu verlieren. Am Abend werden sie im holzbefeuerten Wok erhitzt, um die Enzyme zu deaktivieren. Danach werden sie gerollt (maschinell oder von Hand) und aufgelockert. Am nächsten Tag werden sie an der Sonne getrocknet.

Besuch in den Teewäldern

Die Familie He verfügt am Nannuoshan über zwei Teegärten: den Teewald Zhuilong, vom Dorf zu Fuss den steilen Hang hoch und den Teewald Chaoshan ganz oben am Berg. Zhuilong ist schön im Wald gelegen, mit einem kleinen Bächlein versorgt und guter Biodiversität. Chaoshan ist höhergelegen, leider wurden vor längerer Zeit viele schattenspendende Bäume gefällt, so dass die Teebäume mehr direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Die Biodiversität ist etwas weniger toll als in Zhuilong, aber verglichen mit anderen Teewäldern immer noch wunderbar. Nun hat die Familie für einige Jahre einen weitere Teewald mit alten Teebäumen gepachtet, etwas hinter Chaoshan gelegen. Zudem haben sie zwei Shengtai-Teegärten erworben, also Teewäldchen mit Teebäumen unter 100 Jahren - aber in die Höhe gewachsen, mit genug Platz zwischen den Bäumen. E

Neben dem wunderbaren Nannuoshan Gu Shu Sheng Pu Er und den Tees von anderen Teebergen, die sie hier für uns verarbeiten, kaufen wir seit 2025 auch unseren Pu Er Sheng Tai von hier, und neu auch sonnengewelkter Schwarztee, Shaihong. Einmal aus Shengtai-Pflückgut, einmal von alten Teebäumen. Das spannendste hier sind aber die Danzhu: wir können einzelne Bäume aussuchen und separat als Tee verarbeiten. Die 400-600 Jahre alten Teebäume haben je einen einzigartigen Charakter, sie sind geschmacklich gut voneinander zu unterscheiden. Wir haben 2014 damit angefangen, mittlerweile produziert He San für Länggass-Tee Jahr für Jahr vier einzelne Nannuoshan Danzhu.

Wir haben zusammen unzählige Tees getrunken und vergleichend degustiert, wir haben gelacht und geplaudert, wir waren in den Teewäldern - der Höhepunkt beider Tage war jeweils das von Hesan’s Frau selber gekochte Abendessen, wo natürlich auch Schnaps oder Bier dazu getrunken wurde. Besonders der letzte Abend war bewegend, es war Samstagabend die ganze Familie mit Kindern war anwesend, sogar der zweite Bruder, der Polizist ist, war mitsamt Familie dabei.

Teewald Chaoshan oben am Berg, gerade sind viele PflückerInnen zu Werke
Teewald Zhuilong, wir klettern am steilen Hang, wo viele der ausgewählten Danzhu stehen, die separat verarbeitet werden

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