Das Dorf Longjing gilt – selbstredend – als Ursprung des Longjing-Tees, hier sind auch der namensgebende Drachenbrunnen zu finden und die berühmten 18 Teebüsche, welche Kaiser Qianlong für seinen Tribut-Tee ausgesucht haben soll. Streng genommen dürfen nur Tees aus den Teegärten um das Dorf Shifeng Longjing genannt werden; oft werden die Tees aus Wengiiashan dazugezählt, obwohl diese streng genommen den zweiten Platz einnehmen innerhalb der Hierarchie der Xihu Longjing (danach folgen Yangmeiling, Manjuelong und Meijiawu). Es gibt verschiedene Klassifizierungssysteme, in anderen gehören auch Yamgmeiling und Manjuelong zur Klasse des Shifeng.
Die Tees aus dem Dorf Longjing sind filigrane, elegante, blumige Tees. Es ist schwierig die Balance zu finden zwischen blumig und zuviel grasig-grün; wenn nicht genug befeuert wird, bleibt der Tee zu roh und adstringierend, wenn das Shaqing zu intensiv ist oder zu fest geröstet wird am Schluss werden die blumigen Orchideen-Noten zerstört.
Seit 2016 kaufen wir Long Jing Shi Feng von Lu Qiangfu. Mit seiner Familie bewirtschaftet er verschiedene Teegärten um das Dorf Longjing, der unserer Meinung beste seiner Teegärten ist beim Tempel Hugongmiao, im Tal hinter den 18 berühmten Longjing-Büschen, wirklich im Kerngebiet des Longjing Shifeng.
Auch er hat dieses Jahr bisher sehr wenig Tee ernten können, Mingqian Longjing nur aus dem Kultivar Nr. 43. Er ist schon über 70 Jahre alt, sein Schwiegersohn hilft ihm mit der Teeproduktion. Aber an den Wok darf er nicht. Er ist nicht aus der Gegend und daher kann er nicht an den Kursen zur Verarbeitung von Hand im Wok teilnehmen, welche das Dorf für Einheimische anbietet, um das Handwerk nicht zu verlieren. Seine Frau, also die Tochter von Lu Qiangfu, nimmt daran teil, weil sie nun auch die Notwendigkeit erkannt hat, dass jemand in ihres Vaters Fussstapfen treten soll. Bisher hat sie sich wenig um die Teeproduktion gekümmert, hat jedoch den Verkauf und also die Preise unter ihrer Kontrolle.