Imariyaki ist innerhalb der japanischen Keramik einzigartig. Die Formen und Muster kommen von chinesischen und koreanischen Einflüssen. Viele Töpfer wurden von 秀吉豊臣 Hideyoshi Toyotomi und anderen Feudalherren vor 400 Jahren im Zuge der damals erfolglosen Eroberung von Korea durch Japan aus Korea verschleppt.
Der Legende nach habe Ri Sanpei (Yi Sam-pyeong), ein nach Japan verschleppter koreanischer Töpfer, am Berg Izumiyama bei Arita im Jahr 1616 reiche Kaolinvorkommen gefunden, worauf im Gebiet um Arita und Imari die Keramikproduktion begann. Ri Sanpei wird auch heute noch in einem Schrein in Arita verehrt.
Historisch ist diese Geschichte allerdings nicht haltbar. Es gab schon vor der Edo-Zeit Keramik in Japan. Bereits vor den versuchten Eroberungen Koreas in den 90er Jahren des 16. Jahrhunderts waren koreanische Töpfer in Karatsu, ebenfalls in der Präfektur Saga gelegen, tätig. Diese wurden vom lokal herrschender Hata-Clan protegiert und waren eventuell sogar von Fürsten des Hata-Clans eingeladen – oder von sino-japanischen Piraten entführt und nach Karatsu gebracht worden. Um 1580 jedenfalls gab es bereits Brennöfen in Karatsu, mit vielen damals für Japan neuen Techniken aus Korea und China. Aufgrund von Illoyalität während der Invasion Koreas wurde der Hata-Clan von Hideyoshi Toyotomi vernichtet und die Brennöfen aufgegeben. Die koreanischen Töpfer waren also arbeits- und heimatlos, denn aufgrund des Krieges konnten sie auch nicht nach Korea zurück. Nach einer anderen Lesart wurden die Töpfer aus Karatsu gejagt, weil das Brennen mit Holz diverse Probleme verursachte (Abholzung, Konflikt mit Landwirtschaft); auch war die Qualität der Töpfereien den chinesischen unterlegen, was sich erst um 1630 änderte, als mit dem technischen Fortschritt die japanischen Keramiken an die chinesischen qualitativ heranreichten.
Wie dem auch sei, jedenfalls begann in der Edo-Zeit eine blühende Porzellanproduktion in der Region. Im Dorf Ookawachiyama, welches extra dafür in den Bergen errichtet wurde, konnten die Töpfer in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. Allerdings wurde der Zugang streng kontrolliert, so dass keine Geheimnisse der Porzellanproduktion nach draussen gelingen konnten. Das galt selbstverständlich auch für die Töpfer, die also lebenslänglich in diesem Dorf eingesperrt waren. Imariyaki aus Ookawachiyama wurde exklusiv für den Nabeshima-Clan produziert, in Top-Qualität ohne Kostenbegrenzung.
Nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie Mitte des 17. Jahrhunderts suchte die holländische Ostindienkompanie nach einer alternativen Quelle für Porzellan; die Exporte aus Jingdezhen waren fast zum Erliegen gekommen, die Nachfrage in Europa blieb ungebrochen. So wurde begonnen, Porzellan aus Japan zu beschaffen, also Imariyaki. Im Gegensatz zu der einfachen Schönheit der Raku-Keramik ist Imari-Keramik durch den Einfluss der ming-zeitlichen chinesischen Mustern charakterisiert, kobaltblau und weiss und/oder mit roten und goldenen Motiven.
Die Imari-Waren waren beliebt im Westen und landeten oft in Sammlungen von Aristokraten in Deutschland und anderswo in Europa. Infolge der historischen Bedeutung und Status als für nationale und internationale Adlige gemachte Keramik ist Imariyaki auch heute noch ziemlich teuer.